Difference between revisions of "Hartmannsweilerkopf Dornier"

 
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|lieuTournage=47.86121, 7.16215
 
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|thematique=Second World War : German occupation - Annexation of Alsace@ Cross-border tourism@ Heritage and tourism sites
 
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|Resume_de=Ausflug zum Hartmannsweilerkopf und Besuch der Tochter bei Dornier am Bodensee.
 
|Resume_en=Excursion to the Hartmannsweilerkopf and visit of the daughter at Dornier on Lake Constance.
 
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|Description_en=Parade of soldiers after the French campaign in Freiburg, banner above the street 'Freiburg welcomes its brave soldiers', greeting the soldiers with flowers;
 
 
Family in a room and in the garden; Man in Wehrmacht uniform drives in an open horse carriage from the farm 'Gut Lignitz (Insel Rügen)'; Walk (dark); Garden of the manor; Woman with toddler in the yard); old woman in tree top; Rabbit hutch; Children with hoe; Candles on the Christmas tree; Girl at the paddock (dark); Country road probably on Rügen; Man on horse; Manor, manor house Gut Lignitz, animals on the farm, adjacent fields, interiors; Clinic building.//
 
 
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Dorf mit Dorfkirche <nicht identifiziert>; Burganlage <nicht identifiziert> (evtl. Kirchberg); Schiffe auf dem Rhein (kurz aus Zug), Frauen vor dem Haus (dunkel);  
 
Dorf mit Dorfkirche <nicht identifiziert>; Burganlage <nicht identifiziert> (evtl. Kirchberg); Schiffe auf dem Rhein (kurz aus Zug), Frauen vor dem Haus (dunkel);  
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ZT: 4. Kriegs-Weihnacht 1942/43 /  
 
ZT: 4. Kriegs-Weihnacht 1942/43 /  
 
Mann mit Kamera; Mädchen mit Puppenwagen; Schild <Pension Kaffee Wiesneck>; Pferdekutsche; Spaziergang in der Umgebung von Freiburg //
 
Mann mit Kamera; Mädchen mit Puppenwagen; Schild <Pension Kaffee Wiesneck>; Pferdekutsche; Spaziergang in der Umgebung von Freiburg //
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|Description_en=Parade of soldiers after the French campaign in Freiburg, banner above the street 'Freiburg welcomes its brave soldiers', greeting the soldiers with flowers;
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Family in a room and in the garden; Man in Wehrmacht uniform drives in an open horse carriage from the farm 'Gut Lignitz (Insel Rügen)'; Walk (dark); Garden of the manor; Woman with toddler in the yard); old woman in tree top; Rabbit hutch; Children with hoe; Candles on the Christmas tree; Girl at the paddock (dark); Country road probably on Rügen; Man on horse; Manor, manor house Gut Lignitz, animals on the farm, adjacent fields, interiors; Clinic building.//
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|Contexte_et_analyse_de=[[Fichier:Ostern 1.png|vignette|Besuch der Gedenkstätte Hartmannswillerkopf (Foto: LFS)]]
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Der vom Privatfilmer Curt Balke auf 16-mm gedrehte stumme schwarz-weiß Film dokumentiert Ereignisse aus den Jahren 1942/1943. Er beginnt mit dem Besuch der Gedenkstätte Hartmannswillerkopf im Elsass, der Reise zur Tochter Käte an den Bodensee und ihrem Besuch mit ihrem Verlobten in Freiburg. Es folgt ein Ausflug nach Konstanz und eine Fahrt mit der Pfänderbahn Bregenz sowie weitere Ausflüge während der vierten Kriegsweihnacht 1942/43. Dieser Film entstand aus rein privatem Interesse. Eine öffentliche Vorführung unterlag der Zensur und es war beispielsweise untersagt, durch den Krieg zerstörte Straßen und Häuser aufzunehmen (Keilbach u.a. 2014, S. 42). Angesichts der Knappheit von Rohfilmen wurde 1942 vom Bund Deutscher Filmamateure empfohlen, sich auf Familienaufnahmen zu beschränken. Nachdem Erholungsreisen bis zum Kriegswinter 1940/41 prosperierten, gerieten sie 1942 ins Stocken, denn Fronturlauber, Schwerkriegsgeschädigte und Beschäftigte von kriegswichtigen Betrieben sollten bevorzugt beherbergt werden. Die Beherbergungsdauer wurde vom Staat auf drei Wochen pro Jahr begrenzt und staatlich gelenkt. Im März 1942 wurden die Lebensmittelrationen, insbesondere für Brot, Fett und später Gemüse gekürzt. Im Winter 1942/43 kam eine Knappheit an Heizmaterialien hinzu und nach der verlorenen Schlacht von Stalingrad verschlechterte sich generell die Versorgungslage (Boll 1996, S. 427). In seinen Filmen zeigt Curt Balke ungeachtet dessen ein glückliches Familienidyll, der Krieg und seine Auswirkungen werden nicht thematisiert.
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[[Fichier:Ostern 3.png|vignette|Balkes besuchen auch die deutschen Bunker aus dem 1. Weltkrieg (Foto: LFS)]]
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Das erste Ausflugsziel führte Familie Balke an einem Regentag zum Nationaldenkmal des Hartmannswillerkopfes (franz.: Vieil Armand) in die Vogesen zwischen Colmar und Belfort. Diese strategisch wichtige Bergkuppe war im Ersten Weltkrieg hart umkämpft. Dabei starben etwa 30.000 Franzosen und Deutsche. In den vier Kriegsjahren wechselte vier Mal die Kontrolle der beiden Kriegsgegner. Die Gedenkstätte erinnert an die gefallenen Soldaten und wurde von den Franzosen schon kurz nach dem Ersten Weltkrieg 1918 mit einer Krypta und einem großen Soldatenfriedhof errichtet (Wirth 1973, S. 21). In Balkes Aufnahmen sind deutsche Schilder zu sehen, die wohl ab 1940 aufgestellt wurden, um den französischen Erinnerungsort zu vereinnahmen. Die Besichtigungstour führt die Balkes in die noch heute bestehenden etwa 60 Kilometer langen Schützengräben und rund 600 Bunker sowie in die unterirdischen Unterstände. Deutsche Soldaten verschanzten sich in Bunkern, deren Baumaterial mit einer Seilbahn auf die Bergkuppe transportiert wurde, wohingegen die französischen Soldaten Blockhäuser zum Schutz bauten. Gerade im Winter waren es schreckliche Zustände. Die Soldaten standen knietief im Schützengrabensumpf, einer stinkenden Mischung aus Wasser, Urin, Kot, Munitionsresten und Leichenteilen. Krankheiten wie Ruhr, Cholera und Typhus breiteten sich aus (Wirth 1973, S. 21). Auf dem Aussichtsfelsen mit dem weißen Gipfelkreuz können die Balkes das Rheintal überschauen. Anschließend führt ihr Weg vorbei am Denkmal an das 152. Französische Infanterieregiment. Unterhalb befindet sich der Unterstand ‚Wartburg‘, auf den die Kamera beim Betreten schwenkt. Der Hartmannswillerkopf zählt inzwischen mit rund 250.000 Besucherinnen und Besuchern pro Jahr zu den Tourismuszielen im Elsass mit den höchsten Besucherzahlen. Ende 2017 eröffneten der französische Präsident Emmanuel Macron und Bundespräsident Frank Walter Steinmeier dort das deutsch-französische Museum, ein Symbol für die Annäherung der beiden Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg.
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Die Kreideinschrift auf einem Holzbalken „1912 bis 1942“ erinnert an den 30. Hochzeitstag der Balkes. Ein handgeschriebenes Blatt informiert über den Besuch ihrer Tochter Kati am 28. Juni 1942, die als 22-Jährige bei den Dornier-Werken in der Flugzeugherstellung am Bodensee arbeitete. Die Kamera schwenkt auf die Wohnsiedlung, in der Kati ein Zimmer hat. Aufnahmen von außen auf das Fenster mit Kati und von innen mit ihrem Blick auf die Eltern zeigen die Inszenierung der Sequenz. Während des Zweiten Weltkrieges zählte das Unternehmen neben Messerschmitt und Junkers zu den führenden deutschen Herstellern von Militärflugzeugen, Fernbombern sowie Überwachungs- und Rettungsbooten (Nottaris 2013). Die folgende Sequenz dokumentiert einen Besuch in Konstanz und von dort aus geht es weiter zur 1927 eröffneten Pfänderbahn in Bregenz. Im Anschluss besichtigt die Familie die historischen Sehenswürdigkeiten der Konstanzer Innenstadt.
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[[Fichier:Ostern 4.png|vignette|Kati Balke und ihr Verlobter schauen zu, wie ein Bienennest ausgeräuchert wird (Foto: LFS)]]
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Ein Zwischentitel informiert über den Besuch von Tochter Kati und ihrem Verlobten Dieter von Lüpke am 1. August 1942 in Freiburg. Im Garten essen sie mit Marmelade bestrichene Brötchen. Zusammen mit Arbeitern beseitigen sie ein Nest wilder Bienen im Dach der Garage. Fünf Monate später zur ‚Kriegsweihnacht 1942/43‘, fotografiert Curt Balke mit einer Plattenkamera das Emailleschild ‚C. Balke Architekt B.D.A‘, er ist also Mitglied im Bund deutscher Architekten. An diesem nebligen Wintertag unternehmen sie anschließend eine Fahrt zur circa 15 km entfernten Pension und Café Wiesneck in Buchenbach. Heute dient es dem Institut für politische Bildung Baden-Württemberg als überparteiliche Bildungs- und Tagungsstätte für Jugendliche und Erwachsene (Studienhaus Wiesneck o. J.). Der Film endet mit einem Spaziergang des elegant in schwarz gekleideten Ehepaares Balke von Buchenbach im Dreisamtal bergauf, vermutlich auf die Burgruine Wiesneck.
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Sophia Dresel
 
|Contexte_et_analyse_en=[[Fichier:Ostern 1.png|vignette|Visit to the Hartmannswillerkopf memorial in Alsace (Foto: LFS)]]
 
|Contexte_et_analyse_en=[[Fichier:Ostern 1.png|vignette|Visit to the Hartmannswillerkopf memorial in Alsace (Foto: LFS)]]
  
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A subheading informs about the visit of daughter Kati and her fiancé Dieter von Lüpke on August 1, 1942 in Freiburg. In the garden they eat bread rolls coated with jam. Together with workers, they clear a nest of wild bees in the roof of the garage. Five months later for the 'War Christmas 1942/43', Curt Balke took a picture of the enamel sign 'C. Balke Architect B.D.A ‘, so he is a member of the Association of German Architects. On this foggy winter's day, they then take a trip to the Pension and Café Wiesneck in Buchenbach, about 15 km away. Today it serves the Institute for Civic Education Baden-Württemberg as a training and conference center for young people and adults (Studienhaus Wiesneck o. J.). The film ends with a stroll uphill by the elegantly dressed in black Balke von Buchenbach couple in the Dreisamtal, presumably to the Wiesneck castle ruins.
 
A subheading informs about the visit of daughter Kati and her fiancé Dieter von Lüpke on August 1, 1942 in Freiburg. In the garden they eat bread rolls coated with jam. Together with workers, they clear a nest of wild bees in the roof of the garage. Five months later for the 'War Christmas 1942/43', Curt Balke took a picture of the enamel sign 'C. Balke Architect B.D.A ‘, so he is a member of the Association of German Architects. On this foggy winter's day, they then take a trip to the Pension and Café Wiesneck in Buchenbach, about 15 km away. Today it serves the Institute for Civic Education Baden-Württemberg as a training and conference center for young people and adults (Studienhaus Wiesneck o. J.). The film ends with a stroll uphill by the elegantly dressed in black Balke von Buchenbach couple in the Dreisamtal, presumably to the Wiesneck castle ruins.
Sophia Dresel
 
|Contexte_et_analyse_de=[[Fichier:Ostern 1.png|vignette|Besuch der Gedenkstätte Hartmannswillerkopf (Foto: LFS)]]
 
 
Der vom Privatfilmer Curt Balke auf 16-mm gedrehte stumme schwarz-weiß Film dokumentiert Ereignisse aus den Jahren 1942/1943. Er beginnt mit dem Besuch der Gedenkstätte Hartmannswillerkopf im Elsass, der Reise zur Tochter Käte an den Bodensee und ihrem Besuch mit ihrem Verlobten in Freiburg. Es folgt ein Ausflug nach Konstanz und eine Fahrt mit der Pfänderbahn Bregenz sowie weitere Ausflüge während der vierten Kriegsweihnacht 1942/43. Dieser Film entstand aus rein privatem Interesse. Eine öffentliche Vorführung unterlag der Zensur und es war beispielsweise untersagt, durch den Krieg zerstörte Straßen und Häuser aufzunehmen (Keilbach u.a. 2014, S. 42). Angesichts der Knappheit von Rohfilmen wurde 1942 vom Bund Deutscher Filmamateure empfohlen, sich auf Familienaufnahmen zu beschränken. Nachdem Erholungsreisen bis zum Kriegswinter 1940/41 prosperierten, gerieten sie 1942 ins Stocken, denn Fronturlauber, Schwerkriegsgeschädigte und Beschäftigte von kriegswichtigen Betrieben sollten bevorzugt beherbergt werden. Die Beherbergungsdauer wurde vom Staat auf drei Wochen pro Jahr begrenzt und staatlich gelenkt. Im März 1942 wurden die Lebensmittelrationen, insbesondere für Brot, Fett und später Gemüse gekürzt. Im Winter 1942/43 kam eine Knappheit an Heizmaterialien hinzu und nach der verlorenen Schlacht von Stalingrad verschlechterte sich generell die Versorgungslage (Boll 1996, S. 427). In seinen Filmen zeigt Curt Balke ungeachtet dessen ein glückliches Familienidyll, der Krieg und seine Auswirkungen werden nicht thematisiert.
 
 
[[Fichier:Ostern 3.png|vignette|Balkes besuchen auch die deutschen Bunker aus dem 1. Weltkrieg (Foto: LFS)]]
 
 
Das erste Ausflugsziel führte Familie Balke an einem Regentag zum Nationaldenkmal des Hartmannswillerkopfes (franz.: Vieil Armand) in die Vogesen zwischen Colmar und Belfort. Diese strategisch wichtige Bergkuppe war im Ersten Weltkrieg hart umkämpft. Dabei starben etwa 30.000 Franzosen und Deutsche. In den vier Kriegsjahren wechselte vier Mal die Kontrolle der beiden Kriegsgegner. Die Gedenkstätte erinnert an die gefallenen Soldaten und wurde von den Franzosen schon kurz nach dem Ersten Weltkrieg 1918 mit einer Krypta und einem großen Soldatenfriedhof errichtet (Wirth 1973, S. 21). In Balkes Aufnahmen sind deutsche Schilder zu sehen, die wohl ab 1940 aufgestellt wurden, um den französischen Erinnerungsort zu vereinnahmen. Die Besichtigungstour führt die Balkes in die noch heute bestehenden etwa 60 Kilometer langen Schützengräben und rund 600 Bunker sowie in die unterirdischen Unterstände. Deutsche Soldaten verschanzten sich in Bunkern, deren Baumaterial mit einer Seilbahn auf die Bergkuppe transportiert wurde, wohingegen die französischen Soldaten Blockhäuser zum Schutz bauten. Gerade im Winter waren es schreckliche Zustände. Die Soldaten standen knietief im Schützengrabensumpf, einer stinkenden Mischung aus Wasser, Urin, Kot, Munitionsresten und Leichenteilen. Krankheiten wie Ruhr, Cholera und Typhus breiteten sich aus (Wirth 1973, S. 21). Auf dem Aussichtsfelsen mit dem weißen Gipfelkreuz können die Balkes das Rheintal überschauen. Anschließend führt ihr Weg vorbei am Denkmal an das 152. Französische Infanterieregiment. Unterhalb befindet sich der Unterstand ‚Wartburg‘, auf den die Kamera beim Betreten schwenkt. Der Hartmannswillerkopf zählt inzwischen mit rund 250.000 Besucherinnen und Besuchern pro Jahr zu den Tourismuszielen im Elsass mit den höchsten Besucherzahlen. Ende 2017 eröffneten der französische Präsident Emmanuel Macron und Bundespräsident Frank Walter Steinmeier dort das deutsch-französische Museum, ein Symbol für die Annäherung der beiden Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg.
 
 
Die Kreideinschrift auf einem Holzbalken „1912 bis 1942“ erinnert an den 30. Hochzeitstag der Balkes. Ein handgeschriebenes Blatt informiert über den Besuch ihrer Tochter Kati am 28. Juni 1942, die als 22-Jährige bei den Dornier-Werken in der Flugzeugherstellung am Bodensee arbeitete. Die Kamera schwenkt auf die Wohnsiedlung, in der Kati ein Zimmer hat. Aufnahmen von außen auf das Fenster mit Kati und von innen mit ihrem Blick auf die Eltern zeigen die Inszenierung der Sequenz. Während des Zweiten Weltkrieges zählte das Unternehmen neben Messerschmitt und Junkers zu den führenden deutschen Herstellern von Militärflugzeugen, Fernbombern sowie Überwachungs- und Rettungsbooten (Nottaris 2013). Die folgende Sequenz dokumentiert einen Besuch in Konstanz und von dort aus geht es weiter zur 1927 eröffneten Pfänderbahn in Bregenz. Im Anschluss besichtigt die Familie die historischen Sehenswürdigkeiten der Konstanzer Innenstadt.
 
 
[[Fichier:Ostern 4.png|vignette|Kati Balke und ihr Verlobter schauen zu, wie ein Biennest ausgeräuchert wird (Foto: LFS)]]
 
 
Ein Zwischentitel informiert über den Besuch von Tochter Kati und ihrem Verlobten Dieter von Lüpke am 1. August 1942 in Freiburg. Im Garten essen sie mit Marmelade bestrichene Brötchen. Zusammen mit Arbeitern beseitigen sie ein Nest wilder Bienen im Dach der Garage. Fünf Monate später zur ‚Kriegsweihnacht 1942/43‘, fotografiert Curt Balke mit einer Plattenkamera das Emailleschild ‚C. Balke Architekt B.D.A‘, er ist also Mitglied im Bund deutscher Architekten. An diesem nebligen Wintertag unternehmen sie anschließend eine Fahrt zur circa 15 km entfernten Pension und Café Wiesneck in Buchenbach. Heute dient es dem Institut für politische Bildung Baden-Württemberg als überparteiliche Bildungs- und Tagungsstätte für Jugendliche und Erwachsene (Studienhaus Wiesneck o. J.). Der Film endet mit einem Spaziergang des elegant in schwarz gekleideten Ehepaares Balke von Buchenbach im Dreisamtal bergauf, vermutlich auf die Burgruine Wiesneck.
 
 
 
Sophia Dresel
 
Sophia Dresel
 
|Bibliographie=BOLL, Bernd, Unsere Heimat Buchenbach: Vom Kirchspiel zur Gemeinde. Gemeinde Buchenbach: Freiburg 1996; KEILBACH, Judith, KOCH, Gertrud, BEILENHOFF, Wolfgang, Geschichtsbilder und Zeitzeugen zur Darstellung des Nationalsozialismus im bundesdeutschen Fernsehen. LIT: Münster 2014; NOTTARIS, Mario, Technik: Der Herr der Lüfte - Wissen-SRF: Claude Dornier. 4.12.2013, https://www.srf.ch/wissen/technik/der-herr-der-luefte (konsultiert 1.12.2020); Studienhaus Wiesneck: https://www.wiesneck.de/ (konsultiert 22.11.2020); WIRTH, Anselme, Der Kampf um den Hartmannsweilerkopf 1914 -1918: Nach Geschichtsquellen und Zeugnissen ehemaliger Frontkämpfer. Comité du monument national de l’Hartmannsweilerkopf: Hartmannsweilerkopf 1973.
 
|Bibliographie=BOLL, Bernd, Unsere Heimat Buchenbach: Vom Kirchspiel zur Gemeinde. Gemeinde Buchenbach: Freiburg 1996; KEILBACH, Judith, KOCH, Gertrud, BEILENHOFF, Wolfgang, Geschichtsbilder und Zeitzeugen zur Darstellung des Nationalsozialismus im bundesdeutschen Fernsehen. LIT: Münster 2014; NOTTARIS, Mario, Technik: Der Herr der Lüfte - Wissen-SRF: Claude Dornier. 4.12.2013, https://www.srf.ch/wissen/technik/der-herr-der-luefte (konsultiert 1.12.2020); Studienhaus Wiesneck: https://www.wiesneck.de/ (konsultiert 22.11.2020); WIRTH, Anselme, Der Kampf um den Hartmannsweilerkopf 1914 -1918: Nach Geschichtsquellen und Zeugnissen ehemaliger Frontkämpfer. Comité du monument national de l’Hartmannsweilerkopf: Hartmannsweilerkopf 1973.
 
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Latest revision as of 18:29, 8 April 2021


Warning[1]

Abstract


Excursion to the Hartmannsweilerkopf and visit of the daughter at Dornier on Lake Constance.

Description


Parade of soldiers after the French campaign in Freiburg, banner above the street 'Freiburg welcomes its brave soldiers', greeting the soldiers with flowers;

Family in a room and in the garden; Man in Wehrmacht uniform drives in an open horse carriage from the farm 'Gut Lignitz (Insel Rügen)'; Walk (dark); Garden of the manor; Woman with toddler in the yard); old woman in tree top; Rabbit hutch; Children with hoe; Candles on the Christmas tree; Girl at the paddock (dark); Country road probably on Rügen; Man on horse; Manor, manor house Gut Lignitz, animals on the farm, adjacent fields, interiors; Clinic building.//

Metadata

Reference / film number :  LFS 9317 2
Date :  Between 1942 and 1942
Coloration :  Black and white
Sound :  Mute
Timecode :  00:03:45
Running time :  00:00:00
Film-maker :  Balke, Curt
Reel format :  16 mm
Genre :  Amateur movie
Thematics :  Second World War : German occupation - Annexation of Alsace, Cross-border tourism, Heritage and tourism sites
Archive :  Haus des Dokumentarfilms

Context and analysis


Visit to the Hartmannswillerkopf memorial in Alsace (Foto: LFS)

The silent black-and-white film, shot on 16mm by the private filmmaker Curt Balke, documents events from 1942/1943. It begins with a visit to the Hartmannswillerkopf memorial in Alsace, the trip to see daughter Kati on Lake Constance and her visit with her fiancé in Freiburg. This is followed by an excursion to Constance and a ride on the Bregenz Pfänderbahn as well as further excursions during the fourth war Christmas in 1942/43. This film was made out of purely private interest. A public performance was subject to censorship and it was forbidden, for example, to record streets and houses destroyed by the war (Keilbach et al. 2014, p. 42). In view of the scarcity of raw films, the Association of German Film Amateurs recommended in 1942 to limit oneself to family recordings. After recreational trips prospered until the war winter 1940/41, they came to a standstill in 1942, because front vacationers, those seriously injured in the war and employees of war-important companies should be given preferential accommodation. The length of accommodation was limited by the state to three weeks per year and controlled by the state. In March 1942, the food rations, especially for bread, fat and later vegetables, were reduced. In the winter of 1942/43 there was also a shortage of heating materials and after the lost battle of Stalingrad the supply situation generally deteriorated (Boll 1996, p. 427). In spite of this, Curt Balke shows a happy family idyll in his films, the war and its effects are not discussed.

Balkes visit German bunkers from World War I (Foto: LFS)

The first excursion destination took the Balke family on a rainy day to the national monument of the Hartmannswillerkopf (French: Vieil Armand) in the Vosges between Colmar and Belfort. This strategically important hilltop was hotly contested in the First World War. About 30,000 French and Germans died. During the four years of the war, control of the two war opponents changed four times. The memorial commemorates the fallen soldiers and was built by the French shortly after the First World War in 1918 with a crypt and a large military cemetery (Wirth 1973, p. 21). In Balke's film, German signs can be seen, which were probably put up from 1940 to take over the French memorial site. The sightseeing tour takes the Balkes into the trenches that are around 60 kilometers long and around 600 bunkers, as well as into the underground shelters. German soldiers entrenched themselves in bunkers, the building material of which was transported to the top of the mountain by cable car, while the French soldiers built log houses for protection. Especially in winter the conditions were terrible. The soldiers stood knee-deep in the trench swamp, a stinking mixture of water, urine, feces, remains of ammunition and body parts. Diseases such as dysentery, cholera and typhus spread (Wirth 1973, p. 21). On the lookout rock with the white summit cross, the Balkes can overlook the Rhine Valley. Then they pass the memorial to the 152nd French Infantry Regiment. Below is the 'Wartburg' shelter, to which the camera pans when entering. With around 250,000 visitors per year, the Hartmannswillerkopf is now one of the tourist destinations in Alsace with the highest number of visitors. At the end of 2017, French President Emmanuel Macron and Federal President Frank Walter Steinmeier opened the Franco-German Museum there, a symbol of the rapprochement between the two states after the Second World War.

Kati Balke and her fiancé watch a bee's nest being fumigated (Foto: LFS)

The chalk inscription on a wooden beam “1912 to 1942” commemorates the Balkes' 30th wedding anniversary. A handwritten sheet of paper provides information about the visit of her daughter Kati on June 28, 1942, who at the age of 22 worked for the Dornier factory in aircraft manufacturing on Lake Constance. The camera pans to the housing estate in which Kati has a room. Recordings from the outside of the window with Kati and from the inside with her view of the parents show the staging of the sequence. During the Second World War, the company, along with Messerschmitt and Junkers, was one of the leading German manufacturers of military aircraft, long-range bombers and surveillance and rescue boats (Nottaris 2013). The following sequence documents a visit to Konstanz and from there it goes on to the Pfänderbahn in Bregenz, which opened in 1927. The family then visits the historical sights of downtown Constance.

A subheading informs about the visit of daughter Kati and her fiancé Dieter von Lüpke on August 1, 1942 in Freiburg. In the garden they eat bread rolls coated with jam. Together with workers, they clear a nest of wild bees in the roof of the garage. Five months later for the 'War Christmas 1942/43', Curt Balke took a picture of the enamel sign 'C. Balke Architect B.D.A ‘, so he is a member of the Association of German Architects. On this foggy winter's day, they then take a trip to the Pension and Café Wiesneck in Buchenbach, about 15 km away. Today it serves the Institute for Civic Education Baden-Württemberg as a training and conference center for young people and adults (Studienhaus Wiesneck o. J.). The film ends with a stroll uphill by the elegantly dressed in black Balke von Buchenbach couple in the Dreisamtal, presumably to the Wiesneck castle ruins.

Sophia Dresel

Identified persons


Curt Balke; Käthe Balke; Kati Balke (Tochter)

Places and monuments


Freiburg i.B.; Hartmannsweilerkopf; Bodensee; Bregenz; Konstanz; Buchenbach

Bibliography


BOLL, Bernd, Unsere Heimat Buchenbach: Vom Kirchspiel zur Gemeinde. Gemeinde Buchenbach: Freiburg 1996; KEILBACH, Judith, KOCH, Gertrud, BEILENHOFF, Wolfgang, Geschichtsbilder und Zeitzeugen zur Darstellung des Nationalsozialismus im bundesdeutschen Fernsehen. LIT: Münster 2014; NOTTARIS, Mario, Technik: Der Herr der Lüfte - Wissen-SRF: Claude Dornier. 4.12.2013, https://www.srf.ch/wissen/technik/der-herr-der-luefte (konsultiert 1.12.2020); Studienhaus Wiesneck: https://www.wiesneck.de/ (konsultiert 22.11.2020); WIRTH, Anselme, Der Kampf um den Hartmannsweilerkopf 1914 -1918: Nach Geschichtsquellen und Zeugnissen ehemaliger Frontkämpfer. Comité du monument national de l’Hartmannsweilerkopf: Hartmannsweilerkopf 1973.



  1. This film analysis is still in progress. It may therefore be incomplete and contain errors.