Page values for "Leichtathletik Länderkampf Baden Elsass (LFS00244)"

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titreNeunter Leichtathletik Länderkampf Baden Elsass 1937
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videoLFS_000244_9_Leichathletik_Laenderkampf_Baden
dateDebut1937
dateFin1937
annee1,937
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genreDocumentaire
format_original16 mm
colorationNoir_et_blanc
sonMuet
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droitsLFS
lieuTournage
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institution_dorigineHaus des Dokumentarfilms
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contextedeSchon der Titel macht klar, um was es in dieser filmischen Dokumentation mit einer Länge von 11 ½ Minuten Länge geht. Sie versucht alle Aspekte und Wettkämpfe akribisch mit der Kamera aufzuzeichnen. Wahrscheinlich waren sogar mehrere Kameras im Einsatz, wenn beispielsweise bei den Läufen über kurze Distanz der Start und der Ziellauf aufgenommen sind. Die Qualität der Bilder ist sehr unterschiedlich, manchmal gut, in anderen Fällen unter- oder überbelichtet. Einige Aufnahmen sind unscharf und haben es trotzdem in den fertigen Film geschafft. In einigen Sequenzen wird Slow Motion eingesetzt, um den Bewegungsablauf der Sportler im Detail studieren zu können. Sehr dominant sind die 44 Schrifttafeln, die nahezu die Hälfte des Films ausmachen. Sie übernehmen mehrere Funktionen. Sie informieren über die nächste Sportart und die Sieger. Zugleich wird durch die Zusätze beim Namen deutlich, ob die Sportler aus Baden oder dem Elsaß stammen. Da sich nicht alle an die Kleiderordnung halten, die Badener im weißen T-Shirt mit einem Adler, die Elsässer in einem dunklen T-Shirt ist dies hilfreich. Zudem informieren die Schrifttafeln über den Verlauf des Duells und bauen dadurch eine Spannung auf, wer es gewinnen wird. Wobei dies schon auf der Starttafel verraten wird. Manchmal erlauben sie sich eine ironische Kommentierung, um auch die Unterhaltung zu bedienen. Einige der Sportarten tauchen mehrmals auf, der Film folgt also nicht der Chronologie der Ereignisse. Der Film beginnt im Rathaus mit der Begrüßung der Sportler durch den Lahrer Oberbürgermeister Dr. Winter – eine Tafel wird ihn später als „Badens sportfreudigsten Oberbürgermeister“ bezeichnen – und durch den NSDAP-Kreisleiter Richard Burk. Für die Sportler aus dem Elsaß dankt Vizepräsident Jacob aus Colmar. Alle Redner sind ungeschickt von der Seite hinter Pflanzendekoration aufgenommen und unterbelichtet; vermutlich fehlte die entsprechende Ausleuchtung für Innenräume. Der Schwenk über „die Mannschaften als aufmerksame Zuhörer“ zeigt sie eher missmutig und ungeduldig auf den Wettkampf wartend. Der Einmarsch auf dem Sportplatz des Lahrer Fußballvereins 03 (LFV) an der Dammermühle erfolgt hinter Trikolore und Hakenkreuzfahne. Die badischen Sportler zeigen zur Nationalhymne alle den Hitlergruß. Die sportlichen Wettbewerbe beginnen mit einem Fehlstart beim 100 m-Lauf. Neben verschiedenen Laufdistanzen (200 m, 400 m, 800 m, 1.500 m, 5.000 m) sieht man Hürdenläufer, Diskus- und Speerwerfer, Kugelstoßer, Hoch- und Weitspringer und zwei Staffeln. Der Sportplatz ist sehr gut besucht, sowohl die Tribüne als auch die Stehplätze entlang der Bahnen. Die Vergleichskämpfe zwischen Elsaß und Baden starteten bereits 1928, also schon zehn Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Dies kann verwundern, da das Verhältnis nach der deutschen Besatzung hätte gestört sein können. Allerdings wurden in dieser Zeit viele Sportvereine gegründet und so gab es intensive persönliche Kontakte zwischen den Sportlern im wieder französischen Elsaß und Baden. 1928 waren dann wieder sportliche Begegnungen möglich, wobei dies bis 1954 auf Treffen männlicher Sportler beschränkt war. Der erste Länderkampf fand in Strasbourg statt und Elsaß gewann knapp 71:69. Eine badische Zeitung kommentierte: „Die Mannschaft von Baden hat im Elsaß einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen und selten fiel die Kritik über eine sportliche Veranstaltung günstiger aus als gerade über das Zusammentreffen Elsaß – Baden“ (Athletik-Antenne, 1928). Die Vergleichskämpfe fanden in den nächsten Jahren abwechselnd in Strasbourg und einer badischen Stadt (Karlsruhe, Freiburg, Baden-Baden) bis 1942 statt. 1954 wurde diese Veranstaltung wieder für fünf Jahre aufgenommen. Dann pausierte sie 28 Jahre und wurde 1987 wieder gestartet. 1937 war der Wettbewerb zum ersten Mal in Lahr. Zwei Jahre später fand der Vergleichskampf wieder in Lahr statt. Oberbürgermeister Dr. Winter nahm während der Begrüßung Stellung zur politisch angespannten Situation: „Zum 11. Male treffen sich heute die besten Leichtathleten aus dem Grenzgau Baden und unserem elsässischen Nachbarland, um im friedlichen und ritterlichen Kampfe ihre Kräfte zu messen und ehrlich und anständig um den Sieg zu kämpfen.( …) Sie sind heute Gäste eines Volkes und einer Stadt, die hart an der Reichsgrenze liegt, in einer Landschaft, in der der Pulsschlag eines Volkes besonders deutlich und lebendig zu erkennen ist. Sie sollen während Ihres Aufenthalts den Eindruck gewinnen und mit heim nehmen, daß das deutsche Volk trotz Kriegsgeschrei und einer gewissen deutschfeindlichen Presse das französische Volk achtet und schätzt und daß wir aufrichtig wünschen, mit unseren Nachbarn im Westen, mit dem uns so viel verbindet, im besten Einvernehmen zu leben, so wie wir dies beim heutigen sportlichen Treffen verwirklicht sehen. So wird auch dieser heutige friedliche Wettkampf wiederum Brücken schlagen zwischen zwei großen Völkern und der Verständigung zwischen ihnen dienen.“ (Lahrer Zeitung, 4.8.1939). Vier Wochen später erfolgte der deutsche Angriff auf Polen und damit der Beginn des Zweiten Weltkriegs. Kay Hoffmann
contexteenThe title alone makes it clear what this cinematic documentary with a length of 11½ minutes is about. It tries meticulously to record all aspects and competitions with the camera. There were probably even several cameras in use if, for example, the start and the finish run were recorded during the short-distance runs. The quality of the images is very different, sometimes good, in other cases underexposed or overexposed. Some shots are out of focus and still made it into the finished film. In some sequences, slow motion is used to study the movement of athletes in detail. The 44 tablets, which make up almost half of the film, are very dominant. They perform several functions. They provide information about the next sport discipline and the winners. At the same time, the additions to the name make it clear whether the athletes come from Baden or Alsace. Since not everyone adheres to the dress code, the Baden people in a white T-shirt with an eagle, the Alsatians in a dark T-shirt, this is helpful. In addition, the tablets provide information about the course of the duel, thereby creating a tension about who will win. But this is already revealed on the starting board. Sometimes they allow themselves ironic commentary to serve the entertainment as well. Some of the sports appear multiple times, so the movie doesn't follow the chronology of events. The film begins in the town hall with the greeting of the athletes by the Mayor of Lahr Dr. Winter - a table will later refer to him as "Baden's most sporty mayor" - and by NSDAP district leader Richard Burk. Vice President Jacob from Colmar thanks the athletes from Alsace. All speakers are clumsily picked up from the side behind plant decoration and underexposed; the corresponding lighting for interiors was probably missing. The pan over "the teams as attentive listeners" shows them rather grumpy and impatient waiting for the competition. The march into the sports field of the Lahr soccer club 03 (LFV) at the Dammermühle takes place behind the tricolor and swastika flag. The Baden athletes all show the Hitler salute to the national anthem. The sporting competitions start with a false start in the 100 m run. In addition to various running distances (200 m, 400 m, 800 m, 1,500 m, 5,000 m), you can see hurdlers, discus and javelin throwers, shot puters, high and long jumpers and two relay teams. The sports field is very well attended, both the grandstand and the standing room along the lanes. The comparative battles between Alsace and Baden started in 1928, ten years after the end of the First World War already. This is surprising, since the relationship after the German occupation could have been disturbed. However, many sports clubs were founded by the Germans and therefor there were intensive personal contacts between the athletes in the French Alsace and Baden. In 1928 sporting encounters were possible again, until 1954 this was limited to meetings of male athletes. The first international match took place in Strasbourg and Alsace won just under 71:69. A Baden newspaper commented: "The team from Baden made an excellent impression in Alsace and rarely was the criticism of a sporting event more favorable than just the meeting of Alsace - Baden" (Athletik-Antenne, 1928). The comparative battles took place alternately in Strasbourg and a Baden city (Karlsruhe, Freiburg, Baden-Baden) until 1942. In 1954 this event was resumed for five years. Then it paused 28 years and was started again in 1987. In 1937 the competition was in Lahr for the first time. The comparative fight took place again in Lahr two years later. During the greeting, Mayor Dr. Winter commented on the politically tense situation: "For the 11th time, the best athletes from the Grenzgau Baden and our Alsatian neighboring country meet today to measure their strength in peaceful and knightly fighting and to fight honestly and decently for victory . (…) Today you are guests of a people and a city that lies hard on the border of the Reich, in a landscape in which the pulse of a people can be seen particularly clearly and vividly. During your stay you should get the impression and take home that the German people, despite the cries of war and a certain anti-German press, respect and appreciate the French people and that we sincerely wish to share with our neighbors in the West, with whom we have so much connection to live the best of understanding, as we see realized at today's sporting meeting. So today’s peaceful competition will in turn build bridges between two great peoples and facilitate communication between them. ”(Lahrer Zeitung, August 4th, 1939). The German attack on Poland followed four weeks later, marking the beginning of the Second World War. Kay Hoffmann