Page values for "Reiterfest in Kürzell (LFS00248 3)"

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titreReiterfest in Kürzell
sous_titre
videoLFS_00248_3
dateDebut1936
dateFin1936
annee1,936
duree94
genreFilm amateur
format_original16 mm
colorationNoir_et_blanc
sonMuet
langue
realisateurs
droitsLandesfilmsammlung BW
lieuTournage48.38687, 7.82363
fondsLandesfilmsammlung BW
pieces_jointes
evenements_filmes_ou_en_lien
personnages_identifiesGruppenreitführer Südwest Fritz Lauffer Standartenführer Major Hans Bender
lieux_ou_monumentsKürzell
etatNon-Non
institution_dorigineHaus des Dokumentarfilms
thematique
idSupportLFS00248 3
timecode0
apercu
LFS00248_3_Reiterfest.jpg
resumefr
resumedeReiterfest in Kürzell mit verschiedenen Disziplinen und Reitern in SA-Uniformen.
resumeenEquestrian festival in Kurzell with various disciplines and riders in SA uniforms.
descriptionfr
descriptiondeZT: Reiterfest in Kürzell / Einzug der Reiter in SA Uniform in Gruppen von drei bis fünf Reitern. Halbnahe Aufnahme von einem Reiter mit einem unruhigen Pferd. Blick auf Ehrentribüne mit NS-Funktionären und Ehrengästen. Cavaletti-Vorführung in Gruppen. Springen von Einzelreitern. Blick ins Publikum; ein Mann zeigt den Hitler Gruß. Defilee von Zweispännern Kutschen. Geländespringen; ein Reiter geht mit Pferd in einen Fluß. Siegerehrung vor staunenden Jugendlichen. Einholung der Hakenkreuzfahne.
descriptionenZT: equestrian festival in Kürzell / Entry of the riders in SA uniform in groups of three to five riders. Half-close shot of a rider with a restless horse. View of the grandstand with Nazi officials and guests of honor. Cavaletti demonstration in groups. Jumping single riders. View of the audience; a man shows the Hitler salute. Defile of two-horse carriages. Cross-country jumping; a rider goes with a horse into a river. Award ceremony in front of amazed young people. Obtaining the swastika flag.
contextefr
contextedeDer Kurzfilm konzentriert sich auf das Reiterfest 1936 in Kürzell, welches ganz im Zeichen des NS-Regimes stand. Die teilnehmenden Reiter sind ausnahmslos uniformiert, der Turnierplatz ist mit Hakenkreuzfahnen geschmückt. Die Reiter treten in verschiedenen Wettbewerben gegeneinander an wie Abteilungsreiten, Trabrennen, Jagdspringen und Zweispännerwägen. Viele Zuschauer besuchen das Turnier. Scheinbar ranghohe Uniformierte und weitere Ehrengäste verfolgen das Reiterfest von einer geschmückten Tribüne aus. Gegen Ende des Filmes erfolgt die Siegerehrung. [[Fichier:Abb.4 Sprung Bodenrick Sammlung Schwärzel (2).jpg|vignette|Die Sprünge erfolgten zum Teil über selbst gebaute Hindernisse wie dieser Bodenrick (Sammlung Schwärzel)]] Der eineinhalb Minuten lange, stumme 16 mm-Schwarzweißfilm dokumentiert das Ereignis sehr authentisch. Die leicht wackelnde Kamera lässt auf einen Amateur-Filmemacher schließen, der auf die Nutzung eines Stativs verzichtete. Das Reiterfest in Kürzell 1936 ist ein Exempel dafür, wie Politik und Militär – erkennbar an den Symbolen des Nationalsozialismus – selbst pferdesportliche Wettbewerbe vereinnahmten. Die Nationalsozialisten sahen den Sport lediglich als Mittel zum Zweck, im Sinne der Ertüchtigung für den abzuleistenden Wehrdienst. Am 11. Dezember 1934 erfolgte die ‚Gleichschaltung‘ der Reitvereine. Die Vereine wurden aufgelöst und zu Reitergruppen umformiert, um die Aktivitäten zu zentralisieren. Der Großteil dieser Reitergruppen übernahm den sogenannten ‚Arierparagraphen‘, das Führerprinzip sowie die ‚Gleichschaltung der Vorstände‘. Hierfür war kein großer Druck seitens der Nationalsozialisten nötig. Falls sich die Vereine weigerten, drohte deren Auflösung, die Verantwortlichen wurden entmachtet und durch ‚linientreue‘ Personen ersetzt. Die Geschichte des Pferdesports zeigt, wie die damaligen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Begebenheiten den Einsatz von Pferden maßgeblich geprägt und verändert haben. Der Pferdesport in der Ortenau hat seinen Ursprung in der landwirtschaftlichen Pferdehaltung und begann in der Gründerzeit. Er war gekoppelt an die militärische Nutzung und Ausbildung der Pferde. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde 1920 der ‚Rennverein Kürzell‘ gegründet, der dann auch Pferderennen organisierte. Kürzell wurde 1922 mit der Einrichtung einer Hengststation zum Mittelpunkt der Rieder Pferdezucht. In Südbaden entstanden zahlreiche Zucht-, Reit-, Renn- und Fahrvereine, die von den Nationalsozialisten zu SA-Reiterstürmen gleichgeschaltet wurden. Den Mitgliedern der bisherigen Reitvereine wurde es in der Vorkriegszeit nahegelegt, den SA-Reiterstürmen beizutreten, um weiterhin im Reitsport aktiv sein zu können. Durch vormilitärische Aufgaben sollten junge Männer zudem auf Militärzeit und Kriegsdienst vorbereitet werden. Ab 1934 war die Teilnahme an Turnieren, Aufmärschen und Parteikundgebungen nur noch in Uniform erlaubt. Mit einer Verfügung vom 10. März 1936 erfolgte die Aufstellung des nationalsozialistischen Reiterkorps (NSRK) als zentraler Dachverband. Pferdesportveranstaltungen bis 1939 wurden von den SA-Reitführern organisiert, die Turnierteilnehmer mussten Mitglieder des jeweiligen SA-Reitersturms sein. Bei einem Sieg erhielten die Reiter die Trophäe, die Pferdebesitzer in der Regel die Geldpreise. Die besten Reiter qualifizierten sich für die Badischen Meisterschaften in Iffezheim. [[Fichier:Wilhelm Schwärzel Iffezheim Sammlung Schwärzel (2).jpg|vignette|Wilhelm Schwärzel bei einem Turnier in Iffezheim (Sammlung Schwärzel)]] Beim Reiterfest Kürzell handelte es sich um ein Reitturnier des SA-Reitersturms 5/53 Lahr-Mahlberg unter Führung von Obertruppführer Killius. An diesem Sonntag, 28. Juni 1936 gegen 14 Uhr versammelten sich 1.200 Zuschauer und geladene Gäste auf den ‚alten Rennwiesen‘ in Kürzell. Die 40 Turnierteilnehmer vom SA-Reitersturm 5/53 ritten auf den besten Pferden des Stalls. Zum Auftakt wurde der von Adolf Hitler geschätzte Badonviller-Marsch von Georg Fürst – auch bekannt als Badenweilermarsch – gespielt, der ein deutsch-französisches Gefecht aus dem Ersten Weltkrieg thematisiert. Im Anschluss an den Aufmarsch der Turnierteilnehmer erfolgte eine Ansprache des SA-Gruppenreiterführers Fritz Lauffer aus Stuttgart. In der Filmaufnahme könnte dies der Uniformierte neben einem großen Mikrofon auf der Tribüne sein, der den Hitlergruß Richtung Rennwiese gibt, als wolle er den Start des Turniers freigeben. Ein Artikel der Lahrer Zeitung nennt neben Obertruppführer Kilius, den Gruppenreitführer Fritz Lauffer aus Stuttgart, der für die Reitaktivitäten im Südwesten zuständig ist, Standartenführer Major Hans Bender, den Lahrer Oberbürgermeister Dr. Karl Winter und Landrat Paul Friedrich Strack als Gäste des Turniers. [[Fichier:Pokal Wilhelm Schwärzel Kürzell 1936 Foto Sophie Dresel (2).jpg|vignette|Der Pokal von Wihelm Schwärzel beim Reiterfest 1936 ist noch in Familienbesitz (Foto Sophie Dresel)]] Im Film sind mehrere Disziplinen in kurzen, sich abwechselnden Sequenzen zu sehen, darunter das Bodenrick-Jagdspringen – erkennbar an den weißen Holzstangen, die mit an den Enden befestigten Halterungen zu einer niedrigen Hürde aufgebaut sind. Der Gelände- und Findigkeitsritt, bei dem natürliche Hindernisse überwunden werden, ist anhand eines Reiters gezeigt, der sein Pferd in das Flussbett der Unditz lenkt. Außerdem zeigt der Film das Vorfahren der Zweispänner nach der Methode Achenbach sowie das Jagdspringen der Klasse A, einer nicht sehr anspruchsvollen Anfänger-Klasse. Zu den Gewinnern gehört Wilhelm Schwärzel, dessen Familie den Pokal von 1936 noch immer in Ehren hält. Um während des Turniers den jugendlichen Zuschauern, darunter auch der anwesenden Hitlerjugend eine besondere Freude zu machen, ließ der Gruppenreiterführer Fritz Lauffer sie ein ‚Rennen‘ auf dem Turnierfeld abhalten, dessen Sieger eine Belohnung erhielt. Der Höhepunkt des Reitturniers bildete das Reiten auf ungesattelten Pferden. Insgesamt acht Reiter des SA-Reitersturms brachten dies zu Ende, ohne einmal vom Pferd zu fallen. Bei der Siegerehrung und Preisverteilung, die im Anschluss an das Programm auf dem Turnierfeld vorgenommen wurde, überreichte der Gruppenreiterführer Fritz Lauffer jedem Sieger der sechs Kategorien einen Sonderpreis – ein Bild des Führers und des Reichskanzlers Adolf Hitler Die Reiter scheinen die Aufmerksamkeit zu genießen, was nicht weiter verwundert, da viele von ihnen Freizeitsportler bzw. Amateure waren und unter der Woche ihren bürgerlichen Berufen oder ihrer Tätigkeit in der Landwirtschaft nachgingen. In der Schlussszene wird die gehisste Hakenkreuzfahne auf der Tribüne von zwei Uniformierten eingeholt, womit das Fest offiziell endet. Sophia Dresel, Elaine Kohler
contexteenThe short film focuses on the rider tornement 1936 in Kürzell, close to Lahr, which shows influence of the Nazi regime on the daily life. The participating riders are all in SA uniform, the show ground is decorated with swastika flags. The riders compete against each other in various competitions such as departmental rides, harness racing, hunting jumping and two-horse carriages. Many spectators attend the tournament. Apparently senior uniforms and other guests of honor follow the equestrian festival from a decorated grandstand. A newspaper article in the newspaper of Lahr mentions District Administrator Paul Friedrich Strack, the Mayor of the City of Lahr Karl Winter and head of riding standard 53 Major Hans Bender as additional guests. The award ceremony will take place towards the end of the film. The one and a half minute, silent 16 mm black and white film documents the event authentically. The slightly shaking camera suggests an amateur filmmaker who did not use a tripod. The equestrian festival in Kürzell in 1936 is an example of how politics and the military - recognizable by the symbols of National Socialism - even took part in horse sport competitions. The National Socialists saw sport only as a means to an end, in the sense of training for military service. On December 11, 1934, the riding clubs were brought into line. The clubs were disbanded and reorganized into rider groups called Reitersturm to centralize the activities. The majority of these rider groups adopted the so-called 'Aryan paragraphs', the guiding principle and the 'alignment of the board members'. No great pressure from the National Socialists was necessary for this. If the clubs refused, they threatened to dissolve, the responsible persons were disempowered and replaced by 'loyal' people. [[Fichier:Programm Pferderennen Kürzell Sammlung Schwärzel (2).jpg|vignette|The first horse race in Kürzell took place 1920 (Collection Schwärzel)]] The history of equestrian sport shows how the economic, political and social circumstances at that time had a significant impact on and changed the use of horses. The equestrian sport in the Ortenau has its origins in agricultural horse husbandry and began end of the 19th century. It was linked to the military use and training of horses. After the First World War, the 'Racing Club Kürzell' was founded in 1920, which then organized horse races. In 1922 the establishment of a stallion station became the focus of horse breading in the Rieder region. Numerous breeding, riding, racing and driving clubs were established in South Baden, which were brought into line by the National Socialists to become SA riding groups. In the pre-war period, the members of the previous riding clubs were encouraged to join the SA riders in order to continue to be active in equestrian sports. Pre-military tasks should also prepare young men for military service and military service. From 1934, participation in tournaments, marches and rallies was only allowed in uniform. With an order of March 10, 1936, the National Socialist Equestrian Corps (NSRK) was established as a central umbrella organization. Equestrian events up to 1939 were organized by the SA riding guides, the tournament participants had to be members of the respective SA riding tower. The riders received the trophy when the horse won, and the horse owners usually received the cash prizes. The best riders qualified for the Baden Championships in Iffezheim. The Kurzell Equestrian Festival was a horse show organized by SA-Reitersturm 5/53 Lahr-Mahlberg under the leadership of Obertruppführer Killius. This Sunday, June 28, 1936 at 2 p.m. around 1,200 spectators and invited guests gathered on the 'old racing meadows' in Kurzell. The 40 tournament participants from SA-Reitersturm 5/53 rode on the best horses in the stable. The prelude was the Badonviller March by Georg Fürst - also known as the Badenweiler March - which Adolf Hitler valued and which thematized a Franco-German battle from the First World War. Following the march of the tournament participants, the SA group leader Fritz Lauffer, who was responsible for the Southwest, hold a speach. In the film, this could be the uniformed man next to a large microphone in the stands, which gives the Hitler salute to the racing meadow as if he wanted to approve the start of the tournament. [[Fichier:Pokal Wilhelm Schwärzel Kürzell 1936 Foto Sophie Dresel (2).jpg|vignette|The trophy which Wihelm Schwärzel won at the tournement 1936 is still family-owned (photo by Sophie Dresel)]] In the film, several disciplines can be seen in short, alternating sequences, including Bodenrick hunting jumping - recognizable by the white wooden poles, which are built to a low hurdle with brackets attached to the ends. The terrain and resourceful ride, in which natural obstacles are overcome, is shown by a rider who directs his horse into the river bed of the Unditz. In addition, the film shows the ancestors of the two-horse team using the Achenbach method to direct the carriages as well as the hunting jumping class A, a not very demanding beginner class. In order to make young spectators, including the Hitler Youth present, particularly happy during the tournament, group rider leader Fritz Lauffer had them hold a 'race' on the tournament field, the winner of which received a reward. [[Fichier:Abb.4 Sprung Bodenrick Sammlung Schwärzel (2).jpg|vignette|The jumps took place partly over self-made obstacles like this Bodenrick (Collection Schwärzel)]] The highlight of the riding tournament was riding on unsaddled horses, which is also not shown in the film. A total of eight riders from the SA rider storm completed this without falling off their horses. At the award ceremony and award ceremony that followed the program on the tournament field, group rider leader Fritz Lauffer presented each winner in the six categories with a special prize - a picture of the leader and the Chancellor Adolf Hitler. One of the winners was Wilhelm Schwärzel and his familiy has still the cup from the tournment 1936. The riders seem to enjoy the attention, which comes as no surprise since many of them were recreational athletes or amateurs and did their civilian jobs or their work in agriculture during the week. In the final scene, the hoisted swastika flag on the stands is overtaken by two uniformed men, which officially ends the festival. Sophia Dresel, Elaine Kohler