Difference between revisions of "Schwarzwaldbahn"

 
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|Resume_de=Eine Fahrt mit der Schwarzwaldbahn 1963 zwischen Hausach und Königsfeld
 
|Resume_de=Eine Fahrt mit der Schwarzwaldbahn 1963 zwischen Hausach und Königsfeld
 
|Resume_en=Train ride on the Black Forest Railway between Hausach and Königsfeld in 1963
 
|Resume_en=Train ride on the Black Forest Railway between Hausach and Königsfeld in 1963
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|Description_de=Fahrt mit der "Schwarzwaldbahn" von Hausach im Kinzigtal nach Königsfeld im Schwarzwald; Zwischenstationen sind Hornberg, Triberg und St. Georgen.
 
|Contexte_et_analyse_de=[[Fichier:Schwarzwaldbahn Übersichtsplan 1872.jpg|vignette|Übersichtsplan der Schwarzwaldbahn 1872 (Quelle: GLA Karlsruhe G Technische Pläne II EB 3 Nr. 94)]]
 
|Contexte_et_analyse_de=[[Fichier:Schwarzwaldbahn Übersichtsplan 1872.jpg|vignette|Übersichtsplan der Schwarzwaldbahn 1872 (Quelle: GLA Karlsruhe G Technische Pläne II EB 3 Nr. 94)]]
  
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Die nächste Station ist Triberg. Im Hintergrund sind die hügelige Umgebung und das Stellwerk zu erkennen. Der Wasserkran erinnert an die ehemals eingesetzten Dampfloks. Die schweren Bergetappen erforderten das Auffüllen der Wasservorräte der Dampflok, um für die Weiterfahrt ausreichend Dampf erzeugen zu können. Seit 1949 ist der Ort Königsfeld als heilklimatischer Kurort und als Erholungsziel im Naturpark Südschwarzwald anerkannt. Das Wetter dort ist stabil ohne größere Niederschläge und im Herbst und Winter mit starker Sonneneinstrahlung. Die nahen Wälder dienen als Windschutz und sorgen für einen hohen Sauerstoff- und Ozongehalt der Luft. Die Eröffnung der Schwarzwaldbahn 1873 und der Bahnhof brachten Königsfeld den Aufschwung als Kurort für die Erholung suchenden Städter.  
 
Die nächste Station ist Triberg. Im Hintergrund sind die hügelige Umgebung und das Stellwerk zu erkennen. Der Wasserkran erinnert an die ehemals eingesetzten Dampfloks. Die schweren Bergetappen erforderten das Auffüllen der Wasservorräte der Dampflok, um für die Weiterfahrt ausreichend Dampf erzeugen zu können. Seit 1949 ist der Ort Königsfeld als heilklimatischer Kurort und als Erholungsziel im Naturpark Südschwarzwald anerkannt. Das Wetter dort ist stabil ohne größere Niederschläge und im Herbst und Winter mit starker Sonneneinstrahlung. Die nahen Wälder dienen als Windschutz und sorgen für einen hohen Sauerstoff- und Ozongehalt der Luft. Die Eröffnung der Schwarzwaldbahn 1873 und der Bahnhof brachten Königsfeld den Aufschwung als Kurort für die Erholung suchenden Städter.  
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[[Fichier:Schwarzwaldbahn Hornberger Viadukt.jpg|vignette|Die Schwarzwaldbahn auf dem Hornberger Viadukt (Foto: WikimediaCommons, 2013)]]
  
 
Geschichte Schwarzwaldbahn
 
Geschichte Schwarzwaldbahn
 
 
Mit dem beginnenden Industriezeitalter drangen die Bahnen rasch in die Landschaft vor. Zunächst konzentrierte man sich auf Verläufe, wo die Topografie keine großen Hindernisse in den Weg legte. So wurde der Streckenabschnitt zwischen Offenburg und Hausach verwirklicht. Dieser Abschnitt konnte im Juli 1866 für den Zugverkehr eröffnet werden (Arx 2007). Zunächst diskutierte man drei Möglichkeiten, wie die Bahnlinie über den Schwarzwald im damaligen Großherzogtum Baden verlaufen könnte (Cremer 2014, S. 185). In der engeren Auswahl waren die Bahnlinie über das Gutachtal (Sommerau), sowie die Linie über Schiltach und Schramberg. Jedoch erwies sich das Terrain beider Bahnverläufe als ungünstig. Der Schiltachlinie stand entgegen, dass sie das Hauptgebiet der badischen Schwarzwaldindustrie komplett umfahren würde, auch wenn sie technisch unproblematischer gewesen wäre. Schramberg gehörte in dieser Zeit zu Württemberg. Zunächst sah es so aus, dass die Probleme im Gutachtal schwerer zu überwinden seien als die, die sich über die Schiltach-Schramberg Linie ergaben. Im ursprünglichen Entwurf der Sommerau Linie hatte Johann Sauerbeck, Oberbaurat bei der Oberdirektion des Wasser- und Straßenbaus Karlsruhe, 1846 zwei Spitzkehren vorgesehen. 1857 wurde diese Planung jedoch durch seinen Nachfolger Robert Gerwig überarbeitet. Mit seiner Idee, die Strecke durch Kehrschleifen und -tunnel künstlich zu verlängern, sollte der Anstieg bei Triberg besser überwunden werden. Besonders die badischen Städte Hornberg, Triberg und St. Georgen, die im Zentrum des gewerbetreibenden Schwarzwaldes liegen, setzten sich für die Linie übers Gutachtal ein. Mit seiner neuartigen Idee überwand er die herausfordernde Topografie dadurch, dass er mehrmals mit großen Kehrschleifen in Seitentäler ausgewichen ist. Außerdem war es ihm ein Anliegen, weniger Brücken und dafür mehr Tunnel einzusetzen. Dies hat den Vorteil, dass die Strecke weniger gefährdet war durch Steinschlag, Schnee und Lawinen. 1867 begannen die Bauarbeiten im Hochschwarzwald. Nach zeitweiligen Arbeitsunterbrechungen unter anderem aufgrund des deutsch-französischen Krieges 1870/71 konnte die Schwarzwaldbahn  am 10. November 1873 eröffnet werden.  
 
Mit dem beginnenden Industriezeitalter drangen die Bahnen rasch in die Landschaft vor. Zunächst konzentrierte man sich auf Verläufe, wo die Topografie keine großen Hindernisse in den Weg legte. So wurde der Streckenabschnitt zwischen Offenburg und Hausach verwirklicht. Dieser Abschnitt konnte im Juli 1866 für den Zugverkehr eröffnet werden (Arx 2007). Zunächst diskutierte man drei Möglichkeiten, wie die Bahnlinie über den Schwarzwald im damaligen Großherzogtum Baden verlaufen könnte (Cremer 2014, S. 185). In der engeren Auswahl waren die Bahnlinie über das Gutachtal (Sommerau), sowie die Linie über Schiltach und Schramberg. Jedoch erwies sich das Terrain beider Bahnverläufe als ungünstig. Der Schiltachlinie stand entgegen, dass sie das Hauptgebiet der badischen Schwarzwaldindustrie komplett umfahren würde, auch wenn sie technisch unproblematischer gewesen wäre. Schramberg gehörte in dieser Zeit zu Württemberg. Zunächst sah es so aus, dass die Probleme im Gutachtal schwerer zu überwinden seien als die, die sich über die Schiltach-Schramberg Linie ergaben. Im ursprünglichen Entwurf der Sommerau Linie hatte Johann Sauerbeck, Oberbaurat bei der Oberdirektion des Wasser- und Straßenbaus Karlsruhe, 1846 zwei Spitzkehren vorgesehen. 1857 wurde diese Planung jedoch durch seinen Nachfolger Robert Gerwig überarbeitet. Mit seiner Idee, die Strecke durch Kehrschleifen und -tunnel künstlich zu verlängern, sollte der Anstieg bei Triberg besser überwunden werden. Besonders die badischen Städte Hornberg, Triberg und St. Georgen, die im Zentrum des gewerbetreibenden Schwarzwaldes liegen, setzten sich für die Linie übers Gutachtal ein. Mit seiner neuartigen Idee überwand er die herausfordernde Topografie dadurch, dass er mehrmals mit großen Kehrschleifen in Seitentäler ausgewichen ist. Außerdem war es ihm ein Anliegen, weniger Brücken und dafür mehr Tunnel einzusetzen. Dies hat den Vorteil, dass die Strecke weniger gefährdet war durch Steinschlag, Schnee und Lawinen. 1867 begannen die Bauarbeiten im Hochschwarzwald. Nach zeitweiligen Arbeitsunterbrechungen unter anderem aufgrund des deutsch-französischen Krieges 1870/71 konnte die Schwarzwaldbahn  am 10. November 1873 eröffnet werden.  
 
[[Fichier:Schwarzwaldbahn Hornberger Viadukt.jpg|vignette|Die Schwarzwaldbahn auf dem Hornberger Viadukt (Foto: WikimediaCommons, 2013)]]
 
  
 
Mit dem wachsenden Bedürfnis nach mehr Transportkapazitäten im Güterverkehr wurde schon 15 Jahre nach Betriebsaufnahme der Schwarzwaldbahn ein Ausbau auf zwei Gleisspuren realisiert, was der weitsichtige Gerwig bei den Planungen der Tunnel schon eingeplant hatte. Ab 1888 fuhr die Schwarzwaldbahn von Offenburg nach Villingen zweispurig, durchgehend zweigleisig wurde die Strecke im Dezember 1921 (Arx 2007). Ab 1956 wurde die Schwarzwaldbahn vom Dampfbetrieb auf den Dieselbetrieb umgestellt, um den Personalaufwand auf eine Einmannbesetzung zu reduzieren. Die Bahn führte bergbahntaugliche Dieselmotoren der Lokomotiven der Baureihe V200 ein. Zwischen 1972 und 1977 erfolgte die Elektrifizierung der Strecke, wodurch sich die Reisezeit um bis zu 36 Minuten verkürzte (Cremer, 2014, S. 189f).
 
Mit dem wachsenden Bedürfnis nach mehr Transportkapazitäten im Güterverkehr wurde schon 15 Jahre nach Betriebsaufnahme der Schwarzwaldbahn ein Ausbau auf zwei Gleisspuren realisiert, was der weitsichtige Gerwig bei den Planungen der Tunnel schon eingeplant hatte. Ab 1888 fuhr die Schwarzwaldbahn von Offenburg nach Villingen zweispurig, durchgehend zweigleisig wurde die Strecke im Dezember 1921 (Arx 2007). Ab 1956 wurde die Schwarzwaldbahn vom Dampfbetrieb auf den Dieselbetrieb umgestellt, um den Personalaufwand auf eine Einmannbesetzung zu reduzieren. Die Bahn führte bergbahntaugliche Dieselmotoren der Lokomotiven der Baureihe V200 ein. Zwischen 1972 und 1977 erfolgte die Elektrifizierung der Strecke, wodurch sich die Reisezeit um bis zu 36 Minuten verkürzte (Cremer, 2014, S. 189f).

Latest revision as of 17:16, 21 July 2021


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Abstract


Train ride on the Black Forest Railway between Hausach and Königsfeld in 1963

Description


Fahrt mit der "Schwarzwaldbahn" von Hausach im Kinzigtal nach Königsfeld im Schwarzwald; Zwischenstationen sind Hornberg, Triberg und St. Georgen.

Metadata

Reference / film number :  LFS03975
Date :  1963
Coloration :  Black and white
Sound :  Mute
Running time :  00:00:00
Archive :  Haus des Dokumentarfilms

Context and analysis


The silent black and white film by an unidentified filmmaker documents a train ride on the Black Forest Railway between Hausach and Königsfeld in 1963. From the train, he mainly films the landscape, roads, railroad cars and old farmhouses in the Black Forest. He also got off several times in order to better accommodate the stations. His journey begins in the afternoon at Hausach train station, at that time an important rail hub for various routes. On the platform you can see some people with luggage and a train employee with luggage trolleys.

The journey goes over the Hornberg railway viaduct, which was built in 1925 and consists of seven arches. The viaduct replaced the previous steel bridge. Between Hornberg and St. Georgen, the Black Forest Railway overcomes an altitude difference of 448 m, meandering along the Black Forest Mountains towards Sommerau, the apex of the Black Forest Railway Line. The Niederwasser stop has connected the population of the nearby Schonach valles to the Black Forest Railway network. Until the 1960s, many employed people used the connection for daily commuting and for goods transport. However, the high frequency of use decreased with the start of private transport by car. Ultimately, all passenger train stops were lifted in 1981, the Niederwasser station closed and demolished in 2012 (Gebauer 2012).

The next stop is Triberg. The hilly surroundings and the signal box can be seen in the background. The water crane is reminiscent of the steam locomotives used in the past. The difficult mountain stages required the steam locomotive to replenish its water supply in order to generate sufficient steam for the onward journey. The place Königsfeld has been recognized as a climatic health resort and as a recreational destination in the Southern Black Forest Nature Park since 1949. The weather there is stable with no major rainfall and in autumn and winter with strong sun shine. The nearby forests serve as wind protection and ensure a high oxygen and ozone content in the air. The opening of the Black Forest Railway in 1873 and the railway station brought Königsfeld the boom as a health resort for city dwellers looking for relaxation.

History of the Black Forest Railway

With the beginning of the industrial age, the railways quickly penetrated the landscape. Initially, the focus was on courses where the topography did not put any major obstacles in the way. This is how the section between Offenburg and Hausach was realized. This section was opened for train traffic in July 1866 (Arx 2007). First, three options were discussed as to how the railway line could run across the Black Forest in what was then the Grand Duchy of Baden (Cremer 2014, p. 185). The shortlist was the railway line via Gutach Valley (Sommerau) and the line via Schiltach and Schramberg. However, the terrain of both tracks turned out to be unfavorable. The Schiltach line was opposed to the fact that it would completely bypass the main area of ​​the Baden Black Forest industry, even if it would have been technically less problematic. Schramberg belonged to Württemberg at this time. At first it looked like the problems in the Gutach Valley were more difficult to overcome than those that arose over the Schiltach-Schramberg line. In the original draft of the Sommerau line, Johann Sauerbeck, senior building officer at the head office for water and road construction in Karlsruhe, planned two switchbacks in 1846. In 1857, however, this plan was revised by his successor Robert Gerwig. With his idea of ​​artificially lengthening the route through loops and tunnels, the climb at Triberg should be better overcome. The Baden cities of Hornberg, Triberg and St. Georgen, which are located in the center of the commercial Black Forest, advocated the route across the Gutach Valley. With his novel idea, he overcame the challenging topography by dodging side valleys several times with large loops. He also wanted to use fewer bridges and more tunnels. This has the advantage that the route was less endangered by falling rocks, snow and avalanches. In 1867 construction began in the Black Forest. After temporary work interruptions, among other things due to the Franco-German War of 1870/71, the Black Forest Railway was able to open on November 10, 1873.

With the growing need for more transport capacities in freight transport, an expansion to two track lanes was implemented just 15 years after the Black Forest Railway started operating, which the far-sighted Gerwig had already planned when planning the tunnels. From 1888 the Black Forest Railway from Offenburg to Villingen ran on two lanes, and the line became double-track in December 1921 (Arx 2007). From 1956 the Black Forest Railway was converted from steam operation to diesel operation in order to reduce personnel costs to a one-man occupation. The railway introduced diesel engines suitable for mountain railways in the V200 series locomotives. The route was electrified between 1972 and 1977, which shortened travel times by up to 36 minutes (Cremer, 2014, p. 189f). In the second half of the 20th century, tourism in the Black Forest became an important economic factor for the entire region all year round. In addition to the well-developed roads for car traffic, the Black Forest Railway still offers a comfortable journey to this day.

Laura Otomierczyk

Places and monuments


Hausach; Hornberg; St. Georgen; Niederwasser; Triberg; Königsfeld

Bibliography


ARX, Johannes von, Die Schwarzwaldbahn: ein Gang durch eine grandiose Geschichte, in: RegioTrans. Fachmagazin für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr: https://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten/gesellschaftswissenschaftliche-und-philosophische-faecher/landeskunde-landesgeschichte/module/epochen/technikgeschichte/schwarzwaldbahn/d1.pdf (konsultiert 29.12.2020); CREMER, Folkhard, Wie die Eisenbahn den Schwarzwald veränderte: Die Bedeutung der Schwarzwaldbahn für und Tourismusgeschichte. Denkmalpflege in Baden-Württemberg: https://doi.org/https://doi.org/10.11588/nbdpfbw.2014.3.15864 (konsultiert 29.12.2020); DUFFNER, Martin; DUFFNER, Markus, Badische Schwarzwaldbahn: Fakten, Übersicht der Betriebsstellen und deren Entwicklung: http://www.badische-schwarzwaldbahn.de/fakten.html (konsultiert 29.12.2020); GEBAUER, Fritz, Hornberg: Bahnhof Niederwasser ist Geschichte. Schwarzwälder Bote: https://www.schwarzwaelderbote.de/inhalt.hornberg-bahnhof-niederwasser-ist-geschichte.dfe2e250-5689-45a0-9f75-1e6ee4cbc2d0.html (konsultiert 29.12.2020); LINK, Fritz, Leben in Königsfeld: Von der historischen Kolonie zum zukunftsfähigen Kurort: https://www.koenigsfeld.de/de/Leben,-Wohnen-Arbeiten/Leben-in-Koenigsfeld/Historisches (konsultiert 29.12.2020); WikimediaCommons. (2009). Robert Gerwig: Badische Bahnen: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Robert_Gerwig_Badische_Bahnen.jpg (konsultiert 29.12.2020); WikimediaCommons. (2013). Hornberg Viadukt: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hornberg_Viadukt_1.JPG (konsultiert 29.12.2020).



  1. This film analysis is still in progress. It may therefore be incomplete and contain errors.