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titreWilly Brandt in Freiburg
sous_titre
videoLFS_05954_Bundeskanzler_Brandt
dateDebut1972
dateFin1972
annee1,972
duree0
genre
format_originalSuper 8 mm
coloration
sonMuet
langue
realisateurs
droitsLandesfilmsammlung BW
lieuTournage47.99558, 7.85278
fondsHaus des Dokumentarfilms
pieces_jointes
evenements_filmes_ou_en_lien
personnages_identifiesWilly Brandt
lieux_ou_monumentsFreiburg i.B.
etatNon-Non
institution_dorigineHaus des Dokumentarfilms
thematique
idSupportLFS05954
timecode177
apercu
Brandt_Freiburg_1972_5.png
resumefr
resumedeWahlkampfauftritt von Bundeskanzler Willy Brandt auf dem Freiburger Münsterplatz für die Sozialdemokraten
resumeenChancellor Willy Brandt's election campaign appearance on Freiburg's Münsterplatz for the Socialdemocrats
descriptionfr
descriptiondeZoom auf Deutschlandfahne auf dem Balkon des historischen Kaufhauses; Willy Brandt unter dem Balkon; Zuhörer an Fenstern der Häuser gegenüber; Fassade des historischen Kaufhauses (nah); Mann schaut aus Fenster von [Oberkir]chs Weinstuben; Plakat: "Wir grüßen Willy Brandt, Die Spaltung Deutschlands muss [gemildert] werden. Am 23. April SPD"; Plakat: "Schon einmal dagewesen, Hitler-Stalin Ostverträge waren Mordverträge" Plakat: "Herr Bundeskanzler, wo bleibt ihr Superminister Schiller? Hat er 'Schiss' vor den Wählern?"; Plakat: "Herr [Foto von Willy Brandt], sind ihre 'Reförmchen' abgebrandt?"; Willy Brandt begrüßt Menschenmenge; Kameramann auf dem Balkon von historischem Kaufhaus, darunter Menschen mit Schirmen; SPD-Wahlplakate an einem Bus vor der Badischen Bank. //
descriptionen
contextefr
contextede[[Fichier:Brandt Freiburg 1972 3.png|vignette|Die SPD Anhänger begrüßen Willy Brandt euphorisch (Foto: LFS)]] Der knapp dreiminütige, stumme Super 8-Film zeigt den Wahlkampfauftritt von Bundeskanzler Willy Brandt auf dem Freiburger Münsterplatz. Er unterstützt damit die baden-württembergische SPD in ihrem Landtagswahlkampf. Willy Brandt ist zusammen mit dem Freiburger Oberbürgermeister Eugen Keidel (SPD) unter den Arkaden des Historischen Kaufhauses zu sehen. Vor der Rede Brandts zeigt der Amateurfilmer die versammelten Menschen mit geöffneten Regenschirmen in einer Totalen von hinten und zoomt auf den leeren Balkon. Seine Ansprache ist aus der Menge heraus gedreht und zum Teil unscharf. Ein SPD-Transparent ist an einem Haus aufgehängt „Wir grüßen Willy Brandt. Die Spaltung Deutschlands muss gemildert werden. Am 23. April SPD“. Doch auch Gegner sind vertreten, wie das Plakat „Schon einmal dagewesen! Hitler-Stalin Ostverträge waren Mordverträge!“. Es setzt die Ostverträge mit dem ‚Hitler-Stalin-Pakt‘ gleich. In diesem Nichtangriffspakt zwischen NS-Deutschland und der Sowjetunion versicherte Stalin, den Polen im Falle eines deutschen Angriffs nicht beizustehen. Ein Plakat kritisiert die Reformen des sozialdemokratischen Wirtschafts- und Finanzministers Karl August Fritz Schiller, der versuchte, nach Jahren des Aufschwungs die drohende Wirtschaftskrise zu verhindern. Am Ende grüßt Brandt noch einmal vom Balkon des Historischen Kaufhauses und der Film zeigt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Teilen der Bevölkerung, wie sie den Münsterplatz verlassen. [[Fichier:Brandt Freiburg 1972 4.png|vignette|Auch die poltischen Gegner melden sich zu Wort (Foto: LFS)]] Der Sozialdemokrat Willy Brandt, der von 1957 bis 1966 regierender Bürgermeister von Berlin war, stand für einen sozialliberalen Neuanfang nach Jahrzehnten einer konservativen Dominanz durch die CDU/CSU – auch Ära Adenauer genannt. Schon in der Großen Koalition unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) war Brandt Vizekanzler und Außenminister. In der ersten sozialliberalen Koalition 1969 wurde er zum Bundeskanzler gewählt. „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ war die Kernaussage seiner ersten Regierungserklärung. Wichtigstes Thema war die neue Ostpolitik, mit der Brandt auf die Ost-West-Teilung der Welt und den Kalten Krieg reagierte. Ein zentrales Ziel von Brandt und seinem Außenminister Walter Scheel (FDP) war eine deutliche Entspannung im Verhältnis zur DDR und den anderen Staaten des Warschauer Paktes, einem militärischen Beistandspakt osteuropäischer Länder unter der Führung der Sowjetunion. [[Fichier:SPD Plakat Brandt 1972.jpg|vignette|Willy Brandt kämpfte um seine Wiederwahl (Foto: BPB)]] Vor der Unterzeichnung des Warschauer Vertrages zwischen Polen und der Bundesrepublik kniete Willy Brandt im ehemaligen Warschauer Ghetto am Denkmal der Helden. Das Bild ging 1970 um die Welt. Der Bundeskanzler bestritt immer, dass es sich bei dieser Geste um eine bewusste Inszenierung gehandelt habe. Sie passte jedenfalls zu Brandts neuer Ausrichtung der Ostpolitik unter dem Motto „Wandel durch Annäherung“. 1971 wurde Willy Brandt für seine neue Ostpolitik in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen. In der Bundesrepublik wurden der Warschauer Vertrag mit der faktischen Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze und dem Ende des „Alleinvertretungsanspruchs“, also dem Anspruch für alle Deutsche, einschließlich der Bewohner in der DDR zu sprechen, wie auch der Friedensnobelpreis von politischen Gegnern sehr kritisch gesehen und Brandt als Verräter deutscher Interessen diffamiert. 1972, etwa ein halbes Jahr nach der Verleihung, kam es aufgrund der Ostverträge zu Spannungen innerhalb der Regierung und zwischen Regierung, Parlament und schließlich zum Übertritt von SPD- und FDP-Abgeordneten zur Union, wodurch sich die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag änderten. Der damalige Oppositionsführer der Union, Rainer Barzel, sah seine Chance gekommen und griff zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik zum parlamentarischen Mittel des konstruktiven Misstrauensvotums. Die Abstimmung verlor Rainer Barzel aber überraschend aufgrund von zwei – wie sich später herausstellen sollte – von der DDR-Regierung gekauften Stimmen innerhalb der CDU/CSU-Fraktion. Da allerdings auch Willy Brandt keine Mehrheit mehr im Bundestag hatte, stellte er in der Folge in Absprache mit der Opposition die Vertrauensfrage, die geplant verloren ging. Bundeskanzler Brandt empfahl daraufhin Bundespräsident Gustav Heinemann die Auflösung des Bundestages. So wurden Neuwahlen für den 19. November 1972 ausgerufen. Die SPD entwarf einen Wahlkampf, der ganz auf Brandt zugeschnitten war, dem „Kanzler des Vertrauens“. Mit dem Slogan „Willy wählen“ sollte die Person Willy Brandt in den Vordergrund gestellt werden, aber im Grunde ging es bei dieser Wahl vom November 1972 um die Abstimmung über die zukünftige Ostpolitik, in der sich SPD/FDP einerseits und CDU/CSU andererseits fundamental gegenüberstanden. Die vorgezogenen Bundestagswahlen waren eine Möglichkeit für die CDU/CSU, die begonnene Ostpolitik zu stoppen. Willy Brandt mobilisierte bei seinen Wahlkampfauftritten regelmäßig die Massen. Seine Bekanntheit beruhte auf seine ‚Wahlkämpfe‘ zu den Bundestagswahlen von 1961 und 1965 als unterlegender Spitzenkandidat der SPD gegen Adenauer und Erhard, seiner entschiedenen Haltung als regierender Bürgermeister in Berlin gegen den Mauerbau und seiner guten Beziehung zum in Deutschland sehr beliebten US-amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy. Die Bundestagswahl am 19. November 1972 gewann die SPD mit ihrem Kandidaten Willy Brandt mit einem Rekordergebnis bei einer Rekordwahlbeteiligung von 91,1%. André Pörner
contexteen[[Fichier:Brandt Freiburg 1972 3.png|vignette|The SPD supporters greet Willy Brandt euphorically (Foto: LFS)]] The almost three-minute, silent Super 8 film shows Federal Chancellor Willy Brandt's campaign appearance on Freiburg's Münsterplatz. In doing so, he supports the Socialdemocratic party (SPD) in Baden-Württemberg in its state election campaign. Willy Brandt can be seen together with the Mayor of Freiburg Dr. Eugen Keidel (SPD) under the arcades of the historic department store. Before Brandt's speech, the amateur filmmaker shows the assembled people with open umbrellas in a long shot from behind and zooms in on the empty balcony. His speech is twisted out of the crowd and partly out of focus. An SPD banner is hung on a house “We greet Willy Brandt. The division in Germany must be alleviated. On April 23, SPD ”. But opponents are also present, such as the poster “Already been there! Hitler-Stalin treaties were murder treaties! ”. It equates the Eastern Treaties with the 'Hitler-Stalin Pact'. In this non-aggression pact between Nazi Germany and the Soviet Union, Stalin assured that would not stand by Poland in the event of a German attack. A poster criticizes the reforms of the social democratic economics and finance minister Karl August Fritz Schiller, who tried to prevent the impending economic crisis after years of boom. At the end, Brandt greets again from the balcony of the historic department store and the film shows the participants from all parts of the population as they leave Münsterplatz. [[Fichier:Brandt Freiburg 1972 4.png|vignette|The political opponents also speak up (Foto: LFS)]] The social democrat Willy Brandt, who was the ruling mayor of Berlin from 1957 to 1966, stood for a new social liberal beginning after decades of conservative dominance by the CDU / CSU - also known as the Adenauer era. Brandt was Vice Chancellor and Foreign Minister in the grand coalition under Federal Chancellor Kurt Georg Kiesinger (CDU). In the first social-liberal coalition in 1969, he was elected Chancellor. “We want to dare more democracy” was the key message of his first government statement. The most important topic was the new policy with Easteurope, with which Brandt reacted to the east-west division of the world and the Cold War era. A central goal of Brandt and his Foreign Minister Walter Scheel (FDP) was a clear relaxation in relation to the GDR and the other states of the Warsaw Pact, a military assistance pact of Eastern European countries under the leadership of the Soviet Union. [[Fichier:SPD Plakat Brandt 1972.jpg|vignette|Chancellor Willy Brandt ist fighting for his reelction (Foto: BPB)]] Before the Warsaw Treaty was signed between Poland and the Federal Republic of Germany, Willy Brandt knelt in the former Warsaw ghetto at the monument to the heroes. The picture went around the world in 1970. The Chancellor always denied that this gesture was a deliberate staging. In any case, it fitted in with Brandt's new orientation in east policy under the motto “Change through rapprochement”. In 1971 Willy Brandt was awarded the Nobel Peace Prize in Oslo for his policy. In the Federal Republic of Germany, the Warsaw Treaty with the de facto recognition of the Oder-Neisse border and the end of the "sole representation right", i.e. the right to speak for all Germans, including residents of the GDR, as well as the Nobel Peace Prize, became very critical of political opponents seen and vilified Brandt as a traitor to German interests. In 1972, about half a year after the award, there were tensions within the government and between government, parliament and finally the transfer of SPD and FDP members to the Union due to the Eastern Treaties, which changed the majority in the Parlament. The then opposition leader of the Union, Rainer Barzel, saw his chance and, for the first time in the history of the Federal Republic, resorted to the parliamentary means of a constructive vote of no confidence. However, Rainer Barzel surprisingly lost the vote because of two votes within the CDU / CSU parliamentary group that were bought by the GDR government. However, since Willy Brandt no longer had a majority in the Bundestag either, he subsequently put the vote of confidence in consultation with the opposition, which was planned to be lost. Federal Chancellor Brandt then recommended Federal President Gustav Heinemann that the Bundestag be dissolved. New elections were called for November 19, 1972. The SPD designed an election campaign that was tailored entirely to Brandt, the “Chancellor of Confidence”. With the slogan “Choose Willy” the person Willy Brandt should be put in the foreground, but basically this election of November 1972 was about the vote on the future of his easter policy, in which the SPD/FDP on the one hand and CDU/CSU on the other fundamentally faced. The early federal elections were an opportunity for the CDU/CSU to stop this policy. Willy Brandt regularly mobilized the masses during his election campaign appearances. His fame was based on his 'election campaigns' for the federal elections of 1961 and 1965 as the leading candidate of the SPD against Adenauer and Erhard, his resolute stance as the governing mayor of Berlin against the building of the Wall and his good relationship with the American President John F Kennedy, who war very popular in Germany. The national election on November 19, 1972, won the SPD with its candidate Willy Brandt with a record result and a record voter turnout of 91.1%. André Pörner