Page values for "Weißer Sonntag (LFS01413 4)"

"Sequences" values

titreWeißer Sonntag
sous_titreRegionale Ereignisse Philippsburg
videoLFS_01413_4
dateDebut1957
dateFin1957
annee1,957
duree96
genreFilm amateur
format_original8 mm
colorationCouleur
sonMuet
langue
realisateurs
droitsLandesfilmsammlung BW
lieuTournage49.23567, 8.45223
fondsLandesfilmsammlung BW
pieces_jointes
evenements_filmes_ou_en_lienKommunion
personnages_identifies
lieux_ou_monumentsPhilippsburg
etatNon-Non
institution_dorigineHaus des Dokumentarfilms
thematiqueIdentity Traditions Religious feasts and events
idSupportLFS01413 4
timecode0
apercu
LFS01413_4_Weißer_Sonntag.jpg
resumefr
resumedeWeißer Sonntag und Kommunion der katholischen Kinder.
resumeenCommunion procession in Philippsburg 1957.
descriptionfr
descriptionde
descriptionen
contextefr
contextedeEs beginnt mit einer Art Vorspiel. Der Zug der Ministranten taucht auf in einer Totalen, trägt die Symbolfahnen der Kamera entgegen – das Alpha-Omega-Zeichen oder das Christusmonogramm. Die Szene ist hell erleuchtet von der Sonne, und langsam kommt der Stadtpfarrer am Ende des Zuges in den Fokus, zieht mit der Gruppe in einer Halbnahen an der Kamera vorüber. Die Szene für die Kommunion ist eröffnet. Szenen, wie man sie kennt an diesem Tag, das vertraute religiöse Ritual, die Symbole und symbolischen Handlungen der Prozession und des Gottesdienstes. Der Weiße Sonntag ist in der katholischen Kirche der erste Sonntag nach Ostern, an dem in Regel die Erstkommunion stattfindet – gerade auch in Philippsburg mit seiner katholischen Mehrheit ein Höhepunkt des Kirchenjahres. Ursprünglich bezieht sich der Name des Weißen Sonntags auf das weiße Taufkleid, das in der frühen Kirche Erwachsene nach ihrer Taufe für eine Woche trugen. Auch für die Kinder, die ungefähr zehn Jahre alt sind, soll die Weihe der Kommunionkerzen an die Taufkerzen und an die Taufe erinnern. Die Erstkommunion stellt mit der Erneuerung der Taufe die bewusste Eingliederung in die christliche Gemeinde dar. Voraussetzung dafür ist das sogenannte Vernunftalter, das Alter, ab dem sie reif genug sind, sich mit ihrem Glauben auseinanderzusetzen. Mit der Katechese, dem Kommunionunterricht haben sie die wichtigen Glaubensinhalte kennen gelernt und sind in der Lage, zwischen einfachem Brot und Wein und den gewandelten Gaben beim Gottesdienst zu unterscheiden. Sie haben die erste Beichte abgelegt und können nun zum ersten Mal an den Tisch des Herrn treten, um das heilige Abendmahl zu empfangen. Die Szene ist eröffnet mit dem Zug der Ministranten – es ist der Beginn einer „Aufführung“, die zugleich für die Amateurfilmkamera stattfindet. Diese Kamera filmt die Prozession, sie filmt den Alltagsraum, in dem der Festzug seinen Ort hat. Sie zeigt den Straßenraum und die Plätze mit den Zuschauern. Sie zeigt die Prozession in ihrer Bewegung – einer Bewegung, mit der der Alltagsraum sich verwandelt in einen anderen Raum und doch präsent bleibt als der alltägliche Rahmen, in dem die Szenen sich abspielen. Die Szene ist eröffnet. Nun erscheint die Prozession in einer Totalen, kommt fast direkt auf die Kamera zu, vorne weg drei Ministranten und die Kapelle in Zivil. Die Einstellung lässt viel vom Umraum sehen, die Häuserflucht der Straße im Sonnenlicht, die Zuschauer rechts wie links des Festzuges: Die alltägliche Umgebung umrahmt die Bewegung des Voranschreitens, mit der die Kommunionkinder auftauchen auf ihrem Weg. Der Stadtpfarrer zwischen den Ministranten kommt in der Halbtotalen in Sicht, die Kinder dahinter in der Halbnahen, im Hintergrund stehen Zuschauer auf dem Gehweg. Die Prozession schreitet voran im Alltagsraum – und bringt in dieser Bewegung ihren eigenen sakralen Raum gewissermaßen erst hervor. Dieses Zwischen wird um so mehr sichtbar, wenn in der folgenden Einstellung der Blick in die Rückansicht wechselt: Der Zug bewegt sich in das Bild hinein, bis er nach einem Schnitt hinter den Zuschauern verschwindet, die ins Bild strömen. So zeigt der Film immer wieder auch den Zwischenraum, in dem der Alltag übergeht in seine Ausnahme: in die Aufführung einer Kommunionsprozession. Der Zug der Ministranten eröffnet die Szene wie ein Vorspiel, und in einer Art Nachspiel kommen die Kommunionkinder noch einmal in den Blick. In mehreren Totalen tauchen sie von fern auf, in der zufälligen Situation des Alltagsraumes an diesem Tag. Der Film öffnet seine Perspektive noch weiter, wenn die Prozession jetzt nur noch im Hintergrund zu sehen ist. Im Vordergrund gibt die Baustelle des Philippsbrunnens mit der Absperrung die Position der Kamera vor. Der filmische Raum öffnet sich auf diese Situation des Alltags – und verweist so mehr noch auf den alltäglichen Rahmen, in dem die Prozession einen anderen, sakralen Raum schafft. Durch Zufall öffnet sich der Blick noch weiter auf die Bühne des Alltags, auf der sich die Szenen der Kommunion abspielen. Und die Kinder verschwinden dann fast, wenn sie in der Ferne an der übermächtigen Kirchenmauer vorbeiziehen. Reiner Bader
contexteenIt starts with a kind of foreplay. The procession of the ministrants emerges in a long shot, bearing the symbol banners in front of the camera - the Alpha Omega sign or the Christ monogram. The scene is brightly lit by the sun, and slowly the city pastor at the end of the pageant comes into focus, passing by with the group in a half-close to the camera. The scene for communion is opened. Scenes as they are known on this day, the familiar religious ritual, the symbols and symbolic acts of procession and worship. The White Sunday is in the Catholic Church, the first Sunday after Easter, in which usually the First Communion takes place - especially in Philippsburg with its Catholic majority a highlight of the church year. Originally, White Sunday's name refers to the white christening gown worn by adults in the early church for a week after their baptism. Even for the children, who are about ten years old, the consecration of communion candles to the baptismal candles and to remember the baptism. First communion, with the renewal of baptism, is the conscious incorporation into the Christian community. Prerequisite for this is the so-called rational age, the age from which they are mature enough to deal with their faith. With catechesis and communion lessons, they have come to know the important contents of faith and are able to distinguish between simple bread and wine and the changed gifts of worship. They have made the first confession and can now for the first time come to the Lord's table to receive the Holy Supper. The scene is opened with the procession of the ministrants - it is the beginning of a "performance" that takes place at the same time for the amateur film camera. This camera films the procession, she films the everyday space in which the pageant has its place. It shows the street space and the places with the spectators. It shows the procession in its movement - a movement with which the everyday space is transformed into another space and yet remains present as the everyday framework in which the scenes take place. The scene is open. Now the procession appears in a long shot, comes almost directly to the camera, ahead three ministrants and the chapel in civilian clothes. The setting shows much of the surrounding space, the escape of the street in the sunlight, the spectators to the right and to the left of the pageant: The everyday environment frames the movement of progress with which the Communion children appear on their way. The parish priest between the ministrants comes into view in the shot, the children behind in the half-close, in the background are spectators on the sidewalk. The procession progresses in the everyday space - and in this movement creates its own sacral space in a sense only. This intermediate becomes all the more visible when, in the following shot, the view changes to the rear view: The procession moves into the picture until it disappears after a cut behind the spectators who stream into the picture. Thus, the film shows time and again the space in which the everyday passes into its exception: in the performance of a communion procession. The procession of the ministrants opens the scene like a prelude, and in a kind of epilogue the communion children come into view again. In several shots they appear from a far, in the random situation of everyday life on this day. The film opens its perspective even further, when the procession is now only visible in the background. In the foreground, the construction site of the Philippsbrunnen with the barrier indicates the position of the camera. The cinematic space opens up to this situation of everyday life - and thus refers even more to the everyday context in which the procession creates a different, sacred space. By chance, the view opens even further on the stage of everyday life, on which the scenes of communion take place. And the children almost disappear as they pass by the overpowering church wall in the distance. Reiner Bader