Page values for "Rosenmontagsumzug (LFS 06056 3)"

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titreRosenmontagsumzug
sous_titreFamilienfilme Martin
videoLFS_06056_3_Rosenmontagsumzug
dateDebut1928
dateFin1928
annee1,928
duree240
genreFilm amateur
format_original35 mm
colorationNoir_et_blanc
sonMuet
langue
realisateurs
droitsLandesfilmsammlung BW
lieuTournage47.99505, 7.84556
fondsLandesfilmsammlung BW
pieces_jointes
evenements_filmes_ou_en_lien
personnages_identifies
lieux_ou_monumentsFreiburg i.B.
etatNon-Non
institution_dorigineHaus des Dokumentarfilms
thematiqueIdentity Traditions Carnival
idSupportLFS 06056 3
timecode240
apercu
LFS06056_3_Rosenmontagszug.jpg
resumefr
resumedeRosenmontagsumzug in Freiburg 1928.
resumeen
descriptionfr
descriptiondeTotale: Freiburg Innenstadt, ein Umzug am Rosenmontag am 20. Februar 1928 zieht durch die Straßen, vorneweg zwei Reiter in badischen Uniform, es folgen Trommler, ein Blasorchester. / Männer in historischen Uniformen der Badischen Soldaten und Gewehren über der Schulter, vorne weg die badische Fahne. / Halbtotale: Bahnsteig des Bahnhofs Freiburg Wiehre, eine große Menschenmenge wartet am Bahnsteig, sechs Männer in historischen Soldatenkostümen kommen nacheinander ins Bild. / Halbnahe: ein Bahnwärter übergibt ein Ticket an einen jungen Mann, viele Wartende stehen dahinter. / Halbtotale: die Soldaten ziehen noch einmal am Bahnsteig entlang, hinter ihnen her laufen alle Menschen, die zuvor am gewartet haben, vereinzelt tragen sie spezielle Mützen und scheinen zu singen. Am Ende folgen noch einmal zwei badische Soldaten. / Totale: Der Zug fährt ab, viele Menschen winken aus dem Zug, zwei der Soldaten stehen auf dem Trittbrett des Abteils und weitere auf dem Absatz des letzten Abteils. / Innenstadt von Freiburg: eine große Menschenmenge steht an den Straßen, der Umzug zieht vorüber: Harlekine und die Gruppe der badischen Soldaten in historischen Kostümen wieder mit geschulterten Gewehren. / Totale: Auf einem Platz versammeln sich die Soldaten und stellen sich in Zweierreihe auf. Die Soldaten marschieren vor dem Freiburger Theater vorüber, auf der Freitreppe ist ein Thron aufgestellt. / Totale: Vor dem Haupttor des Theaters ziehen Reiter vorbei, um den Thron herum stehen Männer in Kostümen, vermutlich Karnevalsfürsten. Im Hintergrund eine Kanone an. Die badischen Soldaten kommen von rechts ins Bild. Ein Reiter galoppiert auf die Freitreppe zu und dreht wieder um. Die Soldaten werden von den Karnevalsfürsten begrüßt. Totale aus der Vogelperspektive: Blick auf die Straße, viele Manschen stehen am Straßenrand es fahren verschieden geschmückte und unterschiedlich gestaltet Wagen vorüber, dahinter laufen unterschiedliche Fasnetgruppen. Luftschlangen fallen vom Himmel; die badischen Soldaten ziehen vorüber, eine Blaskappelle, ein Zug der Bäcker, kleine Häuser, eine riesige Assel auf einer Pferdekutsche, weiter Pferdewagen.
descriptionen
contextefr
contextedeFasnet hat in Freiburg schon eine längere Tradition, wie die „Breisgauer Narrenzunft von 1882“ deutlich macht. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in fast allen Stadtteilen von Freiburg Narrennester, die in ihrer Vielschichtigkeit bis heute aktiv sind. 1976 gehörte Freiburg mit 27 Corps und Narrennestern zu den größten Zünften der alemannischen Fasnet. Erste Nachweise entsprechender Aktivitäten reichen sogar ins Mittelalter. 1501 beschloss der Rat der Stadt den Rosenmontag zu feiern. Im 19. Jahrhundert kommt der Fasching unter dem Einfluss Österreichs wieder in Mode, und 1835 veranstaltet die bürgerliche Lesegesellschaft einen Fasnachtsball. 1858 gründete sich als Persiflage auf das verbotene Bürgercorps die ‚Ranzengarde‘ des Männergesangvereins „Concordia“. 1888 wird der ‚Carneval-Verein Freiburg‘ gegründet, der 1901 einen großen Umzug durch Freiburg organisiert. 1926 und 1927 war der Fasnetsumzug wegen der wirtschaftlichen Notlage umstritten und wurde staatlicherseits verboten. Besonders die Kirchen waren nicht begeistert von diesen Vergnügungen. 1927 bildete sich die „Große Freiburger Karnevalsgesellschaft“ mit 36 Vereinen. Der Festumzug 1928, der hier dokumentiert ist, wurde von ihnen sehr kurzfristig organisiert und von der Freiburger Zeitung in Artikeln ausführlich begleitet, die den Aktivitäten zunächst kritisch, dann euphorisch gegenüberstanden. Neben Traditionen ging es auch um die wirtschaftlichen Interessen der Geschäftswelt und des Tourismus, möglichst viele Menschen nach Freiburg zu locken. So finanzierte das Verkehrsamt 2.000 Plakate, die im weiten Umkreis aufgehängt wurden. Ansonsten hielt sich die Stadtverwaltung mit der Finanzierung des Umzugs zurück. Der Film startet mit einem Zug verschiedener Musikgruppen durch die Innenstadt Richtung Wiehre. Vorneweg zwei Reiter in historischen Uniformen. Es kommt die Ranzengarde des Männergesangvereins „Concordia“ ins Bild. Die Aufnahmen sind statisch von der rechten Seite vermutlich mit einer Kamera auf einem Stativ gedreht, die nicht geschwenkt wird. Fußgänger schieben sich vorbei. Im Hintergrund nähert sich die Straßenbahn. Am alten Wiehrebahnhof – dem heutigen Kommunalen Kino – werden von der Ranzengarde ‚Rekruten‘ abgeholt in einfachen Kostümen; einige tragen Masken. Sie sind am Bahnsteig aufmarschiert. Nach Detailaufnahmen des Fahrkartenkaufs folgt eine Einstellung, wie sie auf den Bahnsteig der Ranzengarde hinterher marschieren. Dann winken sie aus dem letzten Waggon des planmäßigen Fernzugs Berlin - Hinterzarten - Wiehre - Freiburg (Ankunft: 9:24), um am Rosenmontag (20.2.1928) nach Freiburg zu fahren. Dort angekommen marschieren sie mit musikalischer Begleitung zur Vereidigung der Rekruten vor das Freiburger Theater. Die Freiburger Zeitung schrieb in ihrem ausführlichen Artikel: „Der Hauptmann hielt eine kernige Ansprache und dann kam zunächst der Elferrat, lebhaft begrüßt an, zum Schluß folgte Prinz Karneval. Mit Helaurufen, die, an der Menschenmenge gemessen, tausendmal lauter hätten sein können, postierte er sich mit seinen hohen Würdenträgern vor dem Theater und ließ sich von seinem Volk bewundern.“ (FZ, 21.2.1928). Höhepunkt des Films ist der Rosenmontagsumzug mit insgesamt 75 Gruppen, 1.800 Akteuren und 100 Reitern. Die Route führte nicht nur durch die prominenten Viertel, sondern auch durch die weniger angesehenen Stadtviertel. Damit wollte man eine größere Akzeptanz erreichen. Die Schülerinnen und Schüler bekamen schulfrei, die städtischen Beschäftigten dienstfrei. Eine detaillierte Beschreibung sämtlicher Wagen und Gruppen liefert der Artikel in der Freiburger Zeitung: 3. Freiburger Ranzengarde / 4. Rekrutendepot der Ranzengarde / 5. Fröhliche Schützengesellschaft / 10. Süßigkeiten bereiten Freude (Freiburger Zuckerwarenfabrik) / 16. Das „freie" Bäckergewerbe (Bäckerinnung) / 21. Herderner Villenviertel / 24. Endlich eine Verbindung mit dem Stühlinger / 29. Riesenfeuersalamander aus dem „Nägelesee". Gefangen vom Lokalverein Freiburg-Ost (Ober-Wiehre) / 31. Pat und Patachon / 35.-49. Badisches Sängerfest / 50. Bobbeles Traum / 51. Was geschieht für den Turner??? Veranstalter: Turnverein Jahn / 55. Wagengruppe (aus 52-55:) Wo? liegt der Turnierplatz Freiburg? / 56. Tandemwagen / 57. Römische Quadriga. Veranstalter: Reit- und Fahrsportverein Freiburg. Zu einem ‚Missklang‘ kam es, als Barackenbewohner aus Herdern, die – wie im Vorfeld bereits von ihnen angekündigt – im Anschluss an den Festzug auf ihre prekäre soziale Situation aufmerksam machten. Sie reihten sich mit nicht genehmigten Wagen mit „politisch anpöbelnden Darbietungen“ (Oberrheinischer Beobachter, 22.2.1928) ans Ende des Zuges. Die Polizei schritt nicht ein. Im Gegensatz zu dem von der Presse einmütig kritisierten Kappenabend am 8.2.1928 wurde der Umzug von allen gelobt und als guter Start in die Fasnetsaktivitäten in Freiburg gesehen. „Die Gegensätze der Stände verschwinden in dem allgemeinen Jubel und Trubel“, kommentierte die Freiburger Zeitung. Nur die Finanzen blieben ein Problem, denn solch ein Umzug verursachte einige Kosten, die nicht nur durch den Verkauf von Fasnets-Plaketten zu kompensieren war.
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